Weitere 125 Menschen auf der MINDEN in Sicherheit

Stürmisches Wetter hat die vergangenen Tage vor Lesbos geprägt. Nur vereinzelt waren Flüchtlinge mit ihren einfachen, seeuntüchtigen Schlauchbooten unterwegs. Auch heute Morgen noch wehte der Wind zwischen der griechischen Ägäis-Insel und dem türkischen Festland mit gut sechs Beaufort. Es herrschten ein bis anderthalb Meter Seegang. In zwei Einsätzen hat die Besatzung unseres Seenotrettungskreuzers MINDEN heute insgesamt 125 Menschen aus Gefahr befreit.

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Blick vom Tochterboot MARGARETE auf den Seenotrettungskreuzer MINDEN der DGzRS und sein „zweites Tochterboot“, das Rettungsboot der DLRG (rechts im Bild eines der seeuntüchtigen Flüchtlingsboote)

Unterstützung haben die Seenotretter bei dieser Aufgabe zum ersten Mal von den durch die DGzRS angeforderten und am vergangenen Wochenende angereisten Rettungsschwimmern der DLRG erhalten. Sie waren in den vergangenen Tagen umfangreich mit den Einsatzverfahren auf der MINDEN vertraut gemacht worden.

Die MINDEN fährt derzeit unter der Führung von DGzRS-Vormann Ulrich Fader mit 15 Besatzungsmitgliedern in den Einsatz. Dazu gehören acht Seenotretter der DGzRS, bis zu drei Kollegen unserer griechischen Schwesterorganisation Hellenic Rescue Team und vier Rettungsschwimmer der DLRG. „Die Crew arbeitet außerordentlich gut zusammen. Das Team hat sich sehr schnell gut eingespielt: Jeder weiß, was er zu tun hat“, schildert Vormann Fader das gute Miteinander.

„Zweites Tochterboot“

Die DGzRS hatte die DLRG aufgrund der besonderen Einsatzbedingungen um Unterstützung gebeten (wir berichteten). Die Rettungsschwimmer verfügen an Bord der MINDEN über ein „Inflatable Rescue Boat“ (IRB). „Wir setzen es wie ein zweites Tochterboot ein“, erläutert Fader. „Unser Tochterboot MARGARETE stellt den Erstkontakt her, um eine Leine zu übergeben. Einzige Befestigungsmöglichkeit bei diesen unzureichenden Booten ist der Außenbordmotor.

MARGARETE bugsiert dann das Heck des Schlauchbootes in Richtung der geöffneten Heckwanne der MINDEN. Das IRB der DLRG übernimmt die gleiche Aufgabe am Bug. „Auf diese Weise liegt das Flüchtlingsboot auch bei einigem Seegang verhältnismäßig ruhig vor der Heckwanne, und wir können die Menschen übernehmen. Trotzdem erfordert das große Umsicht aller Beteiligten und birgt weiterhin Gefahren, vor allem, wenn sich die Menschen im Schlauchboot unbedacht bewegen“, beschreibt Fader. „Die Schlauchboote sind sehr instabil und können leicht kentern.“

Übernahme auf See reduziert Risiko für die Menschen

Das felsige Küstenvorfeld ist lebensgefährlich für die Menschen in den überfüllten, seeuntüchtigen Schlauchbooten, die aus sehr dünnem Material eilig zusammengenäht wurden. Um das Risiko zu reduzieren, ist es das Ziel, die Flüchtlinge auf See zu übernehmen.

Seit Beginn unseres zeitlich befristeten, international koordinierten Unterstützungs- und Ausbildungseinsatzes zur langfristigen Stärkung unserer griechischen Kollegen unter dem Motto „Retter helfen Rettern“ (Hilfe zur Selbsthilfe) am 7. März 2016 hat die Besatzung der MINDEN somit insgesamt 726 Menschen aus Gefahr befreit, darunter rund 130 Kinder.

Ihre Spende hilft

Um die laufenden Kosten des Einsatzes zu decken, sammelt die DGzRS projektbezogene Spenden. Spenden Sie einfach online oder nutzen Sie das Sonderkonto bei der Commerzbank Bremen: IBAN DE30 2908 0010 0100 2338 01, BIC DRESDEFF290.

Projektbezogene Spenden für die DLRG gehen auf das Konto der Volksbank in Schaumburg, IBAN: DE82255914137309000000, BIC: GENODEF1BCK.