Pressemitteilung der IMRF zum gemeinsamen Einsatz in der Ägäis

Übersetzung aus IMR-logodem Englischen

 

DIE INTERNATIONAL MARITIME RESCUE FEDERATION
UNTERSTÜTZT SEENOTRETTUNGSDIENSTE IN DER ÄGÄIS

London, 23. Februar 2016

Die International Maritime Rescue Federation (IMRF) startet ein groß angelegtes Projekt, um die Leistungsfähigkeit und Effektivität des Hellenic Rescue Teams (HRT, griechische Freiwilligenorganisation für Suche und Rettung) zu stärken. Das HRT ist Mitglied der IMRF und steht derzeit durch die anhaltenden Einsätze für Flüchtlinge in der Ägäis unter starker Beanspruchung. Die IMRF führt das Projekt mit Seenotrettungsorganisationen durch, die alle Mitglieder der IMRF sind.

Enge Zusammenarbeit mit der griechischen Küstenwache

Nach einem vorübergehenden Rückgang der Flüchtlingszahlen auf den griechischen Inseln im November steigen die Zahlen des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) erneut an. Zudem steigt der relative Anteil an Frauen und Kindern. Auf der Insel Chios hatte der Anteil an Frauen im November 2015 bereits 33 Prozent erreicht.

In enger Kooperation mit der griechischen Küstenwache werden die RNLI (Royal National Lifeboat Institution,  Vereinigtes Königreich und Irland), die Svenska Sällskapet för Räddning af Skeppsbrutne (SSRS) und die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) die SAR-Dienste vor Ort unterstützen (SAR = Search and Rescue, Suche und Rettung). Innerhalb der nächsten Monate werden sie Koordinierung und Training unterstützen sowie Ausrüstung und Rettungseinheiten zur vorübergehenden Entlastung bereitstellen.

IMRF-Geschäftsführer Bruce Reid

IMRF-Geschäftsführer Bruce Reid

Stärkung der griechischen Seenotretter an wichtigen Küstenabschnitten

IMRF-Geschäftsführer Bruce Reid erklärt dazu: „Auf Bitten der griechischen Küstenwache werden wir die Freiwilligen des Hellenic Rescue Teams so schulen, dass sie mittelfristig auf Lesbos, Chios, Samos und Kos als lokale Freiwilligenorganisation die griechische Küstenwache wirksam ergänzen werden.“

Die Unterstützung der IMRF besteht unter anderem in einem strukturierten Ausbildungsplan, der auf den Richtlinien der IMRF basiert und im wesentlichen Training in Seemannschaft und spezifische Schulungen für unterschiedliche Rettungsboot-Typen beinhaltet. Darüber hinaus gibt es ein Train-the-Trainer-Programm sowie Praxisanleitungen für die Crews des HRT.

Auf Chios wird das HRT darüber hinaus beim Aufbau einer neuen Seenotrettungsstation unterstützt. Führungsverantwortung, maritimes SAR-Management, Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising sind weitere Bereiche, in denen die Freiwilligenorganisation gestärkt werden soll.

Kurzfristig werden zunächst jedoch Ressourcen bereitgestellt, damit lokal Suche und Rettung effizienter durchgeführt und mehr Menschen gerettet werden können.

Hilfe zur Selbsthilfe

Das langfristige Ziel des Projektes ist es, Kapazitäten und Leistungsvermögen der griechischen Rettungsstationen so zu verbessern, dass sie den derzeitigen hohen Anforderungen besser gerecht werden können und eine belastungsfähigere Struktur für die Zukunft aufbauen.

RNLI, DGzRS und SSRS werden Rettungseinheiten, Trainings und Ausrüstung zur Verfügung stellen. In enger Kooperation mit der griechischen Küstenwache und dem Hellenic Rescue Team wird die Weiterentwicklung des maritimen Such- und Rettungsdienstes kontinuierlich überprüft und den Erfordernissen angepasst werden.

Vor Ort wird Andreas Arvidsson, Projektmanager der IMRF, für eine Dauer von sechs Monaten gemeinsam mit einem griechischen Projektmanager mit der griechischen Küstenwache und HRT dieses Projekt koordinieren.

„Es ist das Ziel der IMRF, den Verlust von Menschenleben auf den Weltmeeren zu verhindern. Tagtäglich ereignen sich in der Ägäis Tragödien“, sagt Reid. „Durch diese koordinierte Anstrengung unserer Mitglieder hoffen wir, unsere Seenotretter-Kollegen in Griechenland zu stärken, sie zu entlasten und ihnen ein wenig dabei zu helfen, die derzeitige schwere Bürde zu tragen. Nicht zuletzt möchten wir unser Wissen, unsere Expertise und unsere Ressourcen mit ihnen teilen, um die lokale Gemeinschaft der SAR-Dienste vor Ort auszubauen, damit mehr Menschen gerettet werden können.“

Über die IMRF

Die International Maritime Rescue Federation (IMRF) ist der weltweite Zusammenschluss maritimer Such-und Rettungsdienste, anerkannt von der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) der Vereinten Nationen. Die Mitglieder der IMRF teilen ihre Ideen, Technologien und Erfahrungen und arbeiten über Grenzen hinweg zusammen, um ihr gemeinsames humanitäres Ziel zu erreichen: das Sterben von Menschen in den Gewässern dieser Welt zu verhindern. (www.international-maritime-rescue.org)

Weitere Informationen erhalten Sie von:
Richard Peel, RPPR, Tel: +44 780 508 3595
E-Mail: rppr@hotmail.co.uk