DLRG unterstützt Einsatz der DGzRS

Rettungsschwimmer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) werden sich voraussichtlich ab Mitte März 2016 ehrenamtlich an Such- und Rettungseinsätzen in Seenotfällen (Search and Rescue – SAR) vor der Küste Griechenlands beteiligen. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) hat ein entsprechendes Kooperationsersuchen an die DLRG gestellt, dem das Präsidium der DLRG zustimmte.

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Bald mit der MINDEN unter gemeinsamer Flagge im Einsatz: Rettungsschwimmer der DLRG und Seenotretter der DGzRS

Die DGzRS hat, ebenso wie mehrere andere nordeuropäische Seenotrettungsgesellschaften, von der griechischen Küstenwache eine konkrete Bitte um Unterstützung erhalten. Es geht um die Rettung in Seenot geratener Menschen aus dem Wasser, von kleinen Inseln oder vom Klippenbereich der Küste sowie um das Schleppen von Booten. Nach der Erstversorgung werden die Schiffbrüchigen schnellstmöglich an Land gebracht. Weiteres Ziel des Einsatzes ist die Schulung der vor Ort ansässigen Rettungsorganisation, die derzeit unter extrem hoher Belastung und über die Grenzen ihrer Ressourcen hinaus tätig ist.

Für die geplante Einsatzzeit von einigen Monaten wird der DGzRS ihr 2014 außer Dienst gestellter Seenotrettungskreuzer MINDEN kostenlos vom derzeitigen Eigner zur Verfügung gestellt. Die Besatzung der MINDEN soll aus jeweils acht Einsatzkräften im Zwei-Schicht-Betrieb bestehen. Neben Seenotrettern der DGzRS, die sich für diesen besonderen Einsatz freiwillig melden, und ihren Kollegen des griechischen Hellenic Rescue Teams sind jeweils zwei Einsatzkräfte der DLRG vorgesehen. Diese sollen durchschnittlich 14 Tage im Einsatz sein und werden vorrangig aus den gemeldeten Helfern des Auslandsbereiches rekrutiert. Im Vorfeld werden die DLRG-Einsatzkräfte in Zusammenarbeit mit der DGzRS zielgerichtet vorbereitet.

Hintergrund

Nach wie vor kommen monatlich einige tausend Flüchtlinge über das Mittelmeer vom türkischen Festland auf die griechischen Inseln in der Ägäis. Die Überfahrt kostete bereits viele Menschen das Leben. Zuständig für den SAR-Dienst in diesem Bereich ist die griechische Küstenwache.

In Deutschland haben DLRG und DGzRS grundsätzlich voneinander getrennte Aufgaben: Die DLRG hat sich den Wasserrettungsdienst mit Rettungsschwimmern auf Binnengewässern und an den Stränden der Küste zur Aufgabe gemacht. Die DGzRS wiederum ist zuständig für den maritimen Such- und Rettungsdienst (SAR-Dienst) in unseren Gebieten von Nord- und Ostsee und unterhält dazu Seenotrettungskreuzer und -boote. In den gemeinsamen Einsatz in der Ägäis bringen Einsatzkräfte beider humanitären Organisationen ihre jeweiligen Fähigkeiten und Erfahrungen ein.